Lebensdaten Charles de Foucauld

 

15. September 1858:
Charles Eugène Vicomte de Foucauld wird in Straßburg als Sohn des Grafen de Foucauld, einer sehr reichen französichen Familie, geboren.

1864:
Foucauld verliert seine Eltern und wird vom Großvater mütterlicherseits aufgenommen.

1871 :
Foucauld besucht das Gymnasium von Nancy, das er 1875 wegen schlechten Betragens und Faulheit verlassen muss.

1876:
Foucauld besucht die Militärschule Saint-Cyr, nachdem er bereits mit 14 Jahren sein Abitur abgelegt hatte.

1879:
Foulcauld verlässt die Militärschule als Unterleutnant. Er ist einer der schlechtesten Absolventen seines Jahrgangs. Anschließend beginnt er seinen Militärdienst beim Husarenregiment in Saumur (in Westfrankreich im Val de Loire), das 1890 nach Algerien verlegt wird.

1881:
Foucauld wird wegen anstößigen Benehmens und Ungehorsams aus der Armee entlassen.

1882:
Foucauld wird wegen skandalösen Lebenswandels auf Betreiben seiner Familie entmündigt

1883:
Foucauld als Forscher unterwegs. Als Jude verkleidet reist er durch Marokko und fertigt eine erste Skizze des damals noch völlig unerforschten Atlas-Gebirges an.

1884:
Foucaulds Buch „Forschungsreise durch Marokko“ erscheint und macht ihn auf einen Schlag zu einem berühmten Geographen.

1886:
Foucaulds Interesse am religiösen Leben wird angeregt durch das Beispiel der Frömmigkeit der Moslems, die er auf seinen Reisen trifft. Er wendet sich der Kirche wieder zu und trifft Abbé Henri Huvelin, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden wird. Durch Huvelin und Marie dem Bondy, seiner Cousine, die für ihn wie ein zweite Mutter ist, fühlt Foucauld sich von der Liebe Gottes angerührt. Diese Liebe wird seinem Leben eine neue Richtung geben. Das Evangelium und die Person Christi werden zu seinen Leitbildern.

1890:
Foucauld tritt in dasTrappistenkloster von Notre Dame des Neiges (Frankreich) ein. Nach 6 Monaten wird er auf seinen Wunsch hin in das noch ärmere Trappisten-Kloster von Akbès in Syrien entsandt.

1896:
Foucauld wird von seinen Vorgesetzten zum Theologiestudium nach Rom geschickt.

1897:
Foucauld verlässt die Trappisten um seiner Berufung zu folgen und unter äußerst ärmlichen Verhältnissen als Hausmeister der Klarissinnen in Nazaret und Jerusalem zu leben. Hier vertieft er seine Nazaret-Spiritualität, d. h. das verborgene Leben Jesu von Nazaret..

1900:
In Foucauld reift der Entschluss Priester zu werden.

1901:
Foucauld wird im Alter von 43 Jahren in Viviers zum Priester geweiht und möchte sein Leben mit den Ärmsten teilen. So lässt er sich in Beni-Abbès in Algerien, nahe der marokkanischen Grenze nieder. Er will dort das Evangelium durch sein Leben verkünden.

1905
Foucaud übersiedelt nach Tamanrasset (Südalgerien) um dort als Vermittler zwischen den Tuareg und den Franzosen tätig zu werden. Er lernt die Sprache und&xnbsp; erarbeitet ein 2000-seitiges Wörterbuch der Tuareg-Sprache Tamascheq. Auf dem Assekrem (2800m) im Hoggar-Gebirge in Südalgerien errichtet Foucauld eine Einsiedelei, in der er sich des Öfteren für mehrere Monate zurückzieht.

1908/1909

Foucauld gründet die Unio (später Sodalität genannt). Er schreibt die Statuten für die zukünftigen Mitglieder. Diese Statuten werden von seinem zuständigen Bischof anerkannt.

Zwischen 1908 und 1913 reist Foucauld dreimal nach Frankreich um Mitglieder für die Unio zu gewinnen.


1916:
Foucauld wird während eines Aufstands der Senoussi am 1. Dezember von plündernden Tuaregs vor seiner Hütte in Tamanrasset erschossen.
Bei seinem Tod zählt die von ihm gegründete Unio, die sich aus Männern und Frauen (Laien, Priester, Ordensleute) zusammensetzt, 48 Mitglieder. Louis Massignon, der bereits zu Lebzeiten Foucaulds Mitglied der Unio war, führt diese weiter und nennt sie später Sodalität.

1929:
Foucaulds Leichnam wird in die Oase El Golea überführt.

1933:
Gründung der ersten Ordensgemeinschaften in der Spiritualität Charles de Foucaulds: Die Fraternitäten der Kleinen Schwestern vom Heiligsten Herzen und der Kleinen Brüder Jesu.

1939:
Die Französin Magdeleine Hutin begründet in der Sahara im Geiste Charles de Foucauld den Orden der „Kleinen Schwestern Jesu“.

In den Nachkriegsjahren üben die Fraternitäten einen starken spirituellen Einfluss auf ihre Umgebung aus und es entstehen weitere Fraternitäten, wie die Priesterfraternität Jesus Caritas, die Säkularinstitute, die Gemeinschaft Charles de Foucauld, die Ordensgemeinschaften der Kleinen Brüder und der Kleinen Schwestern vom Evangelium und bis in unsere Tage entstehen weitere geistliche Gruppen die aus dem Charisma Charles de Foucauld ihr Leben gestalten wollen.

2005:
Foucauld wird von Benedikt XVI. selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 1. Dezember.

Ein vielleicht typisches Zitat zum Leben von Charles de Foucauld:

„Er war auf diese Weise sehr glücklich, das ist nicht zu leugnen. Er hat sich völlig verwirklicht, war ganz und gar er selbst geworden. Vielleicht steckt darin das Geheimnis des glücklichen Lebens.“
Louis-Martin Gauthier, ein Freund von Charles de Foucaulds